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Aktien oder Anleihen – welches Anlageprodukt passt zu mir?

Aktien und Anleihen sind zwei gängige Arten von Investitionen. 

Aktien stellen eine Beteiligung an einem Unternehmen dar. Anleihen sind hingegen Schuldverschreibungen. Man kann hier also durchaus von zwei verschiedenen Formen sprechen, mit denen sich Unternehmen ihre Geschäfte finanzieren und erweitern. 

Bevor wir uns im Detail ansehen, was das für dich als Anleger bedeutet, hier aber noch ein kurzer Disclaimer: Dieser Artikel ist nicht als Anlageberatung zu verstehen. Er soll dir dazu dienen, grundlegende Informationen zu verschiedenen Anlageformen zu erhalten. Die schlussendliche Entscheidung, dein Geld zu investieren, liegt einzig und allein bei dir. 

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel die Entscheidung erleichtert, allerdings möchten wir kein bestimmtes Produkt empfehlen oder dir davon abraten. 

Wo liegen die Unterschiede zwischen Aktien und Anleihen? 

Mit Aktien erwirbst du einen Teil des Eigentums an einem Unternehmen, während Anleihen ein Darlehen von dir an ein Unternehmen oder eine Regierung darstellen. 

Ein Unterschied besteht darin, wie du Gewinne erwirtschaftest. Aktien müssen im Wert steigen und später an der Börse verkauft werden. Wobei zahlreiche Unternehmen auch Dividenden an ihre Aktionäre auszahlen. Die meisten Anleihen wiederum zahlen über einen längeren Zeitraum feste Zinsen. 

Das heißt, Anleihen und Aktien unterscheiden sich grundlegend in ihrer Funktionsweise. 

Wenn du eine Aktie kaufst, erwirbst du einen tatsächlichen Anteil an dem Unternehmen. Dadurch wirst du zu einem Miteigentümer. Aus diesem Grund werden Aktien auch als Eigenkapital bezeichnet.

Du hast Mitspracherecht bei Jahreshauptversammlungen und bist unmittelbar vom Erfolg eines Unternehmens abhängig. Bei einem Kursanstieg profitierst du überproportional, während du bei einem Kursfall hohe Verluste verzeichnen kannst. 

Außerdem orientiert sich die Höhe der Dividenden an der Gewinnentwicklung der Unternehmen. Das heißt, diese wird jährlich bei der Hauptversammlung neu festgelegt. 

Anleihen hingegen sind ein Darlehen von Seiten des Anleiheninhabers. Wenn ein Unternehmen oder eine Regierung eine Anleihe ausgibt, emittieren sie Schulden mit dem Versprechen, für die Verwendung des Geldes Zinsen zu zahlen. Deswegen spricht man hier von Fremdkapital

Anleihen garantieren somit eine konstante Einnahmequelle in Form von Zinsen. Nach Fälligkeit erhält der Anleger den vollen Betrag seines ursprünglichen Kapitals, den Nennwert, zurück. 

Selbst wenn das Unternehmen Verluste macht, hast du mit einer Anleihe Anspruch auf Rückzahlung der Schuld. 

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Chancen und Risiken von Aktien und Anleihen

Viele Menschen investieren sowohl in Aktien als auch in Anleihen, um ihr Portfolio zu diversifizieren. 

Die Entscheidung über die richtige Mischung aus Aktien und Anleihen hängt von deinen Anlagezielen und deiner Risikobereitschaft ab. Beide Anlageformen sind spannende Assets, die dein Portfolio bereichern, ihm aber auch schaden können. 

Das Pro und Kontra von Aktien 

Das größte Risiko bei Aktienanlagen besteht darin, dass der Aktienwert nach dem Kauf sinkt. Es gibt mehrere Gründe für schwankende Aktienkurse, aber kurz gesagt: Wenn die Leistung eines Unternehmens nicht den Erwartungen der Anleger entspricht, kann der Aktienkurs fallen. 

Angesichts der zahlreichen Gründe, aus denen die Geschäfte eines Unternehmens zurückgehen können, sind Aktien in der Regel risikoreicher als Anleihen.

Mit dem höheren Risiko können jedoch auch höhere Renditen einhergehen. Die durchschnittliche jährliche Rendite des Marktes liegt bei etwa 10%, während der US-Anleihemarkt, gemessen am Bloomberg Barclays U.S. Aggregate Bond Index, eine 10-jährige Gesamtrendite von etwa 4,8% aufweist.

Das spricht für und gegen Anleihen

Anleihen haben nicht das hohe langfristige Renditepotenzial von Aktien, werden aber trotzdem oft von Anlegern bevorzugt.

Das liegt vor allem daran, dass sie meist weniger riskant sind als Aktien. Ihre Kurse schwanken zwar auf dem Markt – bei risikoreicheren Marktsegmenten mitunter recht stark – aber die große Mehrheit der Anleihen zahlt bei Fälligkeit das gesamte Kapital zurück. Somit ist auch das Verlustrisiko wesentlich geringer als bei Aktien.

Um beim Erwerb von Anleihen auf Nummer sicher zu gehen, solltest du im Vorhinein die Bonität des Unternehmens oder des Staates checken. Diese wird von Ratingagenturen wie z.B. Standard & Poor’s oder auch Moody’s festgelegt. 

Mit dieser Einordnung kannst du das Risiko der Anleihe besser abschätzen, wobei die Skala hier von AAA (Bestnote) bis hin zu D reicht. Im besten Fall bewegt sich die Bonität der Unternehmen und Staaten deiner Anleihen zwischen AA und AAA. 

Die Kursschwankungen bei Anleihen kommen daher, dass sich die Rendite dem aktuellen Zinsniveau entsprechend anpasst. Dieses wird wiederum vom Wirtschaftswachstum, der Geldpolitik und den verschiedenen Konjunkturphasen beeinflusst. 

Wenn ein Unternehmen Konkurs anmeldet, muss es seine Schulden vor den Aktionären zurückzahlen. Das bedeutet, dass Anleihegläubiger in einer besseren Position sind, um ihre Schulden zurück zu bekommen, als Investoren. 

So diversifiziert du dein Portfolio 

Vorweg sei gesagt: Bei einem Portfolio, das zu 100% aus Aktien besteht, ist die Wahrscheinlichkeit das Jahr mit einem Verlust zu beenden viel höher als bei einem Portfolio, das zu 100% aus Anleihen besteht.

Ob du dieses Risiko für eine höhere Rendite eingehen möchtest, ist dir überlassen. Anleihen sind generell sicherer als Aktien und bieten auch diverse Möglichkeiten der Diversifizierung. 

Als Finanzprodukt tragen Anleihen zur Diversifizierung des Gesamtportfolios bei, da sie eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen aufweisen. 

Das einsame Anleihenportfolio strahlt immer dann am hellsten, wenn die Aktienmärkte einbrechen.

Letztendlich liegt die Entscheidung bei dir, ob du mehr Aktien oder Anleihen kaufen möchtest. Bei der Erstellung deines Portfolios solltest du dich zuerst zwei Dinge fragen: 

  • Möchte ich langfristig sparen oder kurzfristig mein Geld vermehren? 
  • Welches Risiko bin ich bereit einzugehen?

Oftmals wird empfohlen, dass jüngere Anleger einen größeren Teil ihres Geldes in Aktien anlegen und den kleineren Teil in Anleihen investieren. 

Begründet wird diese Empfehlung damit, dass man in jüngeren Jahren eher an langfristigen Renditen interessiert ist und durch mehr Investitionen in Aktien zusätzlich das Risiko der Aktienvolatilität gemindert wird.

Ältere Anleger, die sich schon dem Ruhestand nähern, sollten demnach mehr in Anleihen investieren, um das wachsende kurzfristige Risiko auszugleichen. 

Gegner dieser Theorie argumentieren jedoch, dass dies ein zu konservativer Ansatz ist. Vor allem, wenn man die längere Lebenserwartung und die Verbreitung kostengünstiger Indexfonds bedenkt, die eine billige und einfache Form der Diversifizierung und zusätzlich ein geringeres Risiko als Einzelaktien bieten. 

Was hat es mit Aktienanleihen auf sich? 

Eine Aktienanleihe ist eine Anleihe, die nach dem Ermessen des Emittenten zu einem bestimmten Datum in Bargeld oder Aktien umgewandelt werden kann. Die Rückzahlung der Aktienanleihen kann folglich in bar aber auch in einer vorher festgelegten Anzahl von Aktien passieren. 

Der Name ist etwas irreführend, da Aktienanleihen gar keinen so großen Zusammenhang mit Aktien und Anleihen haben. 

Der größte Vorteil von Aktienanleihen sind ihre hohen Kuponsätze. Sie sind zwar mit einem höheren Kursrisiko verbunden, erbringen aber gleichzeitig einen höheren Zinsertrag als Standardanleihen. 

Einige Aktienanleihen zu kaufen kann also durchaus sinnvoll für dein Gesamtportfolio sein. 

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Wie investiere ich in Anleihen? 

Die Voraussetzung, um Anleihen bei einer Bank oder einem Broker zu kaufen, ist ein Wertpapierdepot. Ähnlich wie Aktien kannst du auch Anleihen einzeln oder im Fonds erwerben. Bedenke, dass beim Kauf und Verkauf dieser Ordergebühren anfallen. 

Beim Kauf von einzelnen Anleihen behältst du diese im Normalfall bis zum Ende der offiziellen Laufzeit. Je länger du sie besitzt, desto weniger anfällig sind sie für Kursschwankungen. 

Kaufst du Anleihen im Fonds, so besteht dieser aus mehreren Titeln, die ausgetauscht werden, sobald sie den vorgegebenen Kriterien nicht mehr entsprechen. 

Damit bleibt die Kapitalbindungsdauer weitgehend gleich und der Fonds reagiert immer ähnlich auf Änderungen im Zinsniveau. Fallen die Zinsen über lange Zeit, kannst du somit zusätzlich zu den Zinszahlungen auch noch von Kurssteigerungen profitieren.  

Allerdings fallen bei Anleihefonds jährliche Verwaltungsgebühren an, da die Auswahl und Verwaltung der Anleihen im Investmentfonds von Fondsmanagern übernommen wird. 

Wie werde ich meine Anleihen los? 

Generell verfügt jede Anleihe über eine beim Kauf vorgegebene Laufzeit. Am Markt sind Anleihen sowohl mit kurzer Laufzeit unter zwei Jahren bis hin zu langfristigen Staatsanleihen mit Laufzeiten von 30 Jahren verfügbar. 

Möchtest du deine Anleihe nicht bis zum Ende der Laufzeit halten, kannst du diese zwar verkaufen, du solltest dafür jedoch den aktuellen Kurs beachten. 

Ist der Kurs schlechter als zum Kaufzeitpunkt, wirst du mit einem Verkauf Verlust machen. Sinkt der Anleihekurs unter 100% wäre eventuell ein guter Zeitpunkt, um dein Wertpapier zu verkaufen, vorausgesetzt, der Kurs korrigiert sich wieder nach oben. 

Wichtig ist, dass kein absoluter Bankrott eintritt. In diesem Fall könnte der Herausgeber der Anleihe nämlich selbst zum Schluss nicht den vollen Nennwert zurückzahlen. 

Schlussgedanken 

Anleihen sind auf kurze Sicht stabiler, aber langfristig schneiden sie schlechter ab als Aktien. Bei Aktien verhält es sich umgekehrt. Sie können volatil sein, aber bei regelmäßigen Investitionen und langer Haltedauer auch sehr lukrativ sein. 

Ein breit gefächertes Anleihenportfolio könnte möglicherweise die optimale Mischung aus risikoarmen Anlageformen und etwas spannenderen Assets mit mehr Risiko sein. 

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du dich immer an der Bonität der Unternehmen orientieren. Egal ob du dich schlussendlich für Anleihen, Aktien oder Aktienanleihen entscheidest, eine AAA (Triple A) Bewertung gibt dir Sicherheit, was die wirtschaftliche Lage der Unternehmen und Regierungen betrifft. 

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