Analyse UniGlobal

Analyse des UniGlobal Fonds von Union Investment

Der UniGlobal Fonds von Union Investment gehört zu den Schwergewichten im deutschen Markt der Investmentfonds. Monatlich suchen mehrere Tausend Leute in Google nach verschiedensten Themen rund um den Fonds. Angefangen von den Kosten, über die jährliche Dividende, bis hin zur Zusammensetzung des UniGlobal wollen die Anleger so einiges über das Finanzprodukt wissen.

Ein guter Grund für inflationaer.com, ihn deshalb auf Herz und Nieren zu prüfen. 

Im folgenden Beitrag bekommst du alle wichtigen Infos zum UniGlobal Fonds von Union Investment. Damit du für dein nächstes Gespräch beim Finanzberater vorbereitet bist und dir schon vorab ein Bild davon machen kannst, ob es sich hierbei wirklich um ein geeignetes Finanzprodukt für dich handelt.

Unter anderem wirst du erfahren:

  • Welche Gesellschaft eigentlich hinter Union Investment steht.
  • Wie hoch die Kosten für Anleger wirklich sind.
  • Aus welchen Werten sich der Fonds zusammensetzt.
  • Wie die Performance im Vergleich zur Benchmark aussieht.
  • Wie groß der CO2-Fußabdruck des Fonds ist.

Alle hier angegebenen Daten wurden aus den offiziellen Verkaufsunterlagen, wie Verkaufsprospekt oder Jahresbericht, entnommen. Zwar wird dieser Beitrag laufend aktualisiert, jedoch kann es dazu kommen, dass bestimmte Details (z.B. Zusammensetzung des Fonds) nicht mehr mit den heutigen Daten übereinstimmt. 

Einen Link zu diesen Informationen findest du hier.

Disclaimer: Hierbei handelt es sich weder um eine Anlageberatung, noch wird hier vom Kauf des Produktes abgeraten. Die Absicht von inflationaer.com besteht lediglich darin, unseren Lesern verschiedenste Finanzprodukte so transparent wie möglich aufzubereiten.

Letzten Endes tun wir nur das, was jeder tun könnte. Recherchieren, um dir die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten auf dem Silbertablett zu servieren – damit du dir die trockene Arbeit sparen kannst.

Ein Überblick zum UniGlobal Fonds

Der UniGlobal Fonds wird von der Union Investment Privatfonds GmbH verwaltet, welche wiederum Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken ist. Demnach solltest du dich also nicht wundern, wenn dir verstärkt Berater der Volksbanken zu diesem Fonds raten wollen. Schließlich ist es ihr eigenes Produkt.

Schon auf Seite 2 des Verkaufsprospektes fällt uns folgender Satz sofort auf:

“Der Fonds gehört nicht zur Insolvenzmasse der Gesellschaft.”

Das bedeutet nichts anderes, als dass die Union Investment nicht mit dem Geld des Fonds haften muss, falls sie irgendwann ihre eigenen Schulden nicht mehr begleichen kann. Dein Geld als Anleger wäre somit geschützt, sollte die Bank jemals pleite gehen – was bei großen Banken glücklicherweise nur sehr selten vorkommt.

Also falls du dich jemals gefragt hast, was im Falle des Falles passieren würde: Du wärst in sicheren Händen. Nicht ohne Grund gehört die Finanzindustrie zu den am stärksten regulierten Branchen der Welt.

Der UniGlobal Fonds wurde schon vor über 60 Jahren, im Jahr 1960 aufgelegt. Zum heutigen Stand hat der Fonds ein Volumen von etwa 7 Milliarden Euro. Damit hat Union Investment schon sehr viel erreicht, was ihnen erst einmal jemand nachmachen muss.

Woraus sich der UniGlobal Fonds im Detail zusammensetzt und wie es mit der historischen Performance aussieht, wird weiter unten noch genauer erläutert.

Kommen wir daher direkt zum wohl wichtigsten Teil für alle Anleger und jene, die es noch werden wollen.

Die Kosten für Anleger

Es kommen zweierlei Kosten beim UniGlobal Fonds auf dich als Anleger zu:

  1. Der Ausgabeaufschlag – 5%
  2. Die laufenden Kosten – 1,47%

Der Ausgabeaufschlag wird von deiner erstmaligen Anlage abgezogen. Würdest du gleich zu Beginn 100.000 Euro anlegen, gingen somit 5.000 Euro direkt an die Gesellschaft. Quasi als Bearbeitungsgebühr, wenn man so will.

Dieser Faktor ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass der Fonds um etwa 5,3% wieder steigen müsste, damit du dein eingesetztes Geld wieder hast. Ob der UniGlobal das in den letzten Jahren gepackt hast, erfährst du im Punkt zur Performance.

Die laufenden Kosten belaufen sich auf rund 1,47% des Anlagevolumens. Wirklich interessant dabei ist allerdings WIE diese Kosten zustande kommen. Ein Blick in das offizielle Verkaufsprospekt des Fonds verrät mehr dazu.

Die Gesellschaft wird demzufolge nicht jährlich oder monatlich für ihre Arbeit vergütet, sondern täglich. Dafür wird börsentäglich der Nettoinventarwert festgestellt und davon dann 1,2 Prozent von 1/365 entnommen. 

Um das mal kurz vorzurechnen:

  • Angenommen der Nettoinventarwert beträgt 7 Milliarden Euro.
  • Davon wird 1/365 erhoben = 19.178.082,19 Euro.
  • Davon gehören 1,2% der Gesellschaft = 230.136,99 Euro.
  • Die Gesellschaft bekommt für die Verwaltung über 230 Tausend Euro.
    Börsentäglich.

Wer genau aufgepasst hat, wird auch festgestellt haben, dass die 1,2% nicht alle Gebühren sind, welche der Union Investment übrig bleiben. 

Es fehlen noch die restlichen 0,27% um auf alle laufenden Kosten zu kommen. 

Diese werden übrigens genauso wie gerade beschrieben berechnet. Nur fallen diese Kosten dann unter den Namen “Pauschalgebühr” und “Vergütung für den Collateral Manager”.

Man muss ja schließlich auch von etwas leben können.

Die Risikoklasse des UniGlobal Fonds

Rendite kommt bekanntlich von Risiko. Union Investment schätzt den Fonds selbst als mittelmäßig ein. Der UniGlobal ist damit für risikobereite Anleger geeignet.

Aber woher kommt das Risiko des Fonds?

Zum Einen von der Art des Fonds selbst. Da der Fonds überwiegend in Aktien investiert, welche immer ein gewisses Risiko mit sich bringen, muss er schon mal als nicht allzu sicher eingestuft werden.

Aus welchen Aktien der Fonds zusammengesetzt ist, erfährst du übrigens im nächsten Punkt.

Darüber hinaus ist die Gesellschaft dazu berechtigt “Leverage” einzusetzen. Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass Union Investment Schulden aufnehmen kann um damit noch mehr Geld zu investieren. Das Institut setzt also einen größeren Hebel ein.

Leverage kann in beide Richtungen losgehen, weshalb es beim UniGlobal auch nur mit Maß und Ziel eingesetzt wird. 

Ein weiterer schwer zu berechnender Risikofaktor sind Schwankungen zwischen den unterschiedlichen Währungen. Kauft der Fonds Unternehmensanteile in Japan, fällt auch der Wechselkurs Euro/Yen ins Gewicht.

Kapitalmärkte unterliegen immer Schwankungen, welche nur sehr schwer vorherzusehen sind. Das größte Risiko für dich als Anleger besteht darin, dass du dein Geld zu einem Zeitpunkt wiederhaben möchtest, an dem dein Anteil unter dem von dir eingezahlten Wert liegt. 

Kaufst du heute Anteile um 10.000 Euro und der Markt bricht nächsten Monat um 20% ein, musst du damit rechnen, dass du eben nur 8.000 Euro wiederbekommst – minus Gebühren versteht sich. 

Die Zusammensetzung des Aktienfonds (der nicht nur in Aktien investiert)

Gleich vorweg: Nur, weil der UniGlobal ein Aktienfonds ist, heißt das noch lange nicht, dass er ausschließlich in Aktien investieren muss.

Per Definition muss ein Aktienfonds nur zum überwiegenden Teil in Aktien investieren. Der UniGlobal besteht dabei zu etwa 91% aus Aktien von Unternehmen aus verschiedensten Branchen. Er darf sich also ruhigen Gewissens als “Aktienfonds” bezeichnen.

Größte Aktienwerte
Apple4,79%
Alphabet4,08%
Microsoft3,94%
JPMorgan Chase & Co.2,75%
Bank of America2,59%
United Technologies2,17%
Alibaba Group Holding ADR2,08%
VISA1,85%
Wirecard1,84%
Nestlé1,70%
Stand 31.01.2020

Auf der Webseite des Fonds von Union Investment findest du immer die aktuellste Zusammensetzung des UniGlobal Fonds. Diese kann sich vom offiziellen Jahres- oder Halbjahresbericht unterscheiden. Selbst wenn dieser erst vor 3 Monaten veröffentlicht wurde. 

Wie in der Tabelle oben unschwer zu erkennen ist, setzt der Fonds stark auf multinationale amerikanische Konzerne. Allen voran ist es die Tech-Industrie, die es dem Management Team angetan hat. 

Diese Auswahl an Großkonzernen senkt das Risiko für Anleger natürlich um ein Vielfaches.

Selbstverständlich sind auch europäische Werte im Fonds vertreten. Du findest diese im aktuellen Jahres- bzw- Halbjahresbericht. Zudem bekommst du auch einen guten Einblick in die Kauf- und Verkaufsentscheidungen der jüngsten Vergangenheit. 

Dies ist für Anleger extrem wertvoll, da du hier nachvollziehen kannst, ob sich die Entscheidungen zu Kauf und Verkauf im Nachhinein als gut herausgestellt haben. UniGlobal hat vergangenes Jahr zum Beispiel alle Anteile von Facebook verkauft. War diese Entscheidung profitabel oder wäre es besser gewesen, die Anteile zu behalten?

Schon klar, der Normalverbraucher will sich mit solchen Themen nicht beschäftigen. Genau aus solchen Gründen gibt es Fonds und Manager. 

Aber was wäre das hier für eine Analyse, wenn wir nicht auch auf Details eingingen? Eine schlechte.

Die Performance: Wie hat der Fonds bisher abgeschnitten?

Seit seiner Auflage im Jahr 1960 hat der UniGlobal um mehr als 2.000% zugelegt. Das entspricht ein bisschen über 5% Wertzuwachs pro Jahr (kann sich nach Wirtschaftslage täglich ändern) – damit wäre auch die Frage von vorhin geklärt, wie lange es etwa dauern würde, bis du dein eingesetztes Investment nach dem Ausgabeaufschlag wieder hättest. 

uniglobal fonds entwicklung

Da die wenigsten Anleger unter uns über einen Zeitraum von 60 Jahren denken, wird nachfolgend mit der Periode von 01.01.2001 bis 01.01.2020 gerechnet. Dieser Zeitraum hat dabei noch genug Aussagekraft, um den Fonds mit seiner Benchmark zu vergleichen.

Die Benchmark ist dabei der Maßstab an dem die Performance gemessen wird. Die korrekte Benchmark des UniGlobal Fonds ist der MSCI World.

Da der UniGlobal in Unternehmen aller Industrien und über die ganze Welt investiert ist, würde es auch keinen Sinn machen, ihn nur mit dem DAX zu vergleichen. Wenn dir ein Berater also weiß machen will, dass der UniGlobal ein gutes Investment wäre, weil er im Vergleich zum DAX wesentlich besser performt, wäre das blanker Irrsinn.

Schließlich kann man einen Goldfisch auch nicht daran messen, wie gut er einen Baum hochklettern kann.

Deine Gegenfrage sollte in so einem Beratungsgespräch immer sein “Und wie gut performt der UniGlobal Fonds im Vergleich zum MSCI World?”

Die Antwort ist: Leider nicht allzu gut.

Zwar hat der UniGlobal im Vergleichszeitraum um 0,51% p.a. besser als der MSCI World abgeschnitten, jedoch ist das nur die halbe Wahrheit. Denn wir dürfen nicht die laufenden Kosten vergessen, welche jedes Jahr anfallen. 

Ziehen wir nun (wohlwollend) nur 1,2% – die letzten Jahre über waren es jedenfalls mehr – jährlicher Kosten von den 5,05% Wertsteigerung ab, kommen wir auf läppische 3,85% Wertzuwachs pro Jahr über genannten Zeitraum. Nicht berücksichtigt in dieser Rechnung sind Inflation, Ausgabeaufschlag und etwaige Gebühren, welche Fonds für “großartige” Kursgewinne in Rechnung stellen. 

Würdest du dein Geld stattdessen in einen ETF anlegen, welcher den MSCI World abbildet – zum Beispiel von iShares – hast du nicht nur fast die gleiche Performance, sondern mit lediglich 0,2% laufenden Kosten auch letztlich mehr Netto vom Brutto.

Dieser Vergleich ist aber auch ein bisschen unfair. Denn über einen Zeitraum von 20 Jahren, schafft es praktisch kein Fonds mit Ausgabeaufschlag und laufenden Kosten seine Benchmark zu schlagen.

Die jährlichen Dividenden des UniGlobal

Laut eigenen Angaben werden die Dividenden des UniGlobal Fonds einmal jährlich im November an alle Anleger ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2018/2019 betrug die Ausschüttung 2,40 Euro pro Anteil.

Besitzt du beispielsweise 50 Anteile des Fonds, kommt das einer Dividende von 120 Euro gleich. Halt Stopp!

So einfach ist es dann aber doch nicht. Denn nur 30% davon sind steuerlich freigestellt. Du bekommst also 36 Euro ohne Steuer zahlen zu müssen. Für die übrig gebliebenen 84 Euro will der Staat seinen (mehr oder weniger gerechten) Anteil. 

Laut offiziellen Angaben der “Ertragsdaten der ausschüttenden Publikumsfonds Union Investment-Gruppe” setzen sich die anfallenden Steuern aus 25% Kapitalertragsteuer zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zusammen.

Im Idealfall also 26,375% Steuern (ohne Kirchensteuer) auf die restlichen 84 Euro deiner Dividende = 22,15 Euro. 

Es würden dir dieser Rechnung zufolge etwa 97,85 Euro an Dividende an dich ausgeschüttet werden. Toll!

Ein Blick hinter die Kulissen

Da inflationaer.com vor allem für mehr Transparenz sorgen will, stellen wir in diesem abschließenden Punkt noch ein paar Fakten zum UniGlobal Fonds zur Schau, auf die man als Anleger in der Regel nicht so achten würde.

Der CO2-Fußabdruck des Fonds

Tatsächlich weist der UniGlobal einen nicht unbedenklichen CO2-Fußabdruck auf, welcher im Jahresbericht einzusehen ist. Die CO2 Intensität bemisst sich dabei auf satte 88,1 Tonnen pro 1 Mio. USD Umsatz des Fonds.

Da der Fonds mehrere Hundert Millionen USD Umsatz über das Geschäftsjahr gemacht hat, kannst du dir auch vorstellen, dass sein CO2-Fußabdruck gewaltig sein muss.

Zu seiner Verteidigung muss hinzugefügt werden, dass es bei Anlageprodukten selten in erster Linie um Umweltschutz geht. Schließlich steht der nachhaltige Vermögensaufbau im Mittelpunkt.

Sicherheitenaussteller für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte

Zugegeben, das Thema “Wertpapierfinanzierungsgeschäfte” wirkt für Otto Normalverbraucher etwas undurchsichtig, wenn er versucht, den Jahresbericht zu lesen. 

Hier eine kurze Liste bekannter Sicherheitenaussteller für den UniGlobal Fonds:

  • ENEL S.p.A.
  • Banco Santander S.A.
  • Allianz SE
  • Siemens AG
  • Republik Italien

Besonders interessant ist dabei, dass der Investmentfonds sogar Sicherheiten der Republik Italien erhalten hat, um Wertpapierfinanzierungsgeschäfte durchzuführen.

Als Anleger kannst du allerdings beruhigt sein. Geschäfte dieser Art laufen bei Union Investment in deinem Interesse ab und werden zudem streng kontrolliert.

Genauere Einsichten erhältst du dazu, wenn du einen Blick in den Jahresbericht wirfst.

Fazit

Es sind die laufenden Kosten, welche aktiv gemanagte Fonds wie den UniGlobal von Union Investment unattraktiv gegenüber ETFs machen. Im Endeffekt könntest du als Privatanleger genauso gut selbst in die einzelnen Werte des Fonds investieren.

Damit hättest du ein ähnliches Ergebnis, aber ohne laufende Kosten oder einen geschmacklosen Ausgabeaufschlag von 5%.

Hier muss man als Anleger selber entscheiden, ob horrende Gebühren es einem wert sind, sich nicht doch lieber etwas mehr mit der Materie zu beschäftigen. 

Finanzmärkte sind nicht jedermanns Sache. Doch wenn man bedenkt, dass du mehrere Tausend Euro sparen könntest, indem du dich zumindest ein bisschen mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinandersetzt, wird es gleich viel interessanter.

Jedenfalls hast du mit diesem Artikel einen guten Überblick – bezogen auf den UniGlobal Fonds – bekommen. Jetzt sollte es dir sehr viel leichter fallen, bei deinem nächsten Beratungsgespräch die richtigen Fragen zu stellen – falls der Berater diesen Fonds erwähnt.

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