Analyse Max Otte Fonds

Max Otte Fonds Analyse

Max Otte hat sich mittlerweile schon einen Namen in der Finanzbranche gemacht. Mit seinen Fonds versucht er, besser als der Markt abzuschneiden und für seine Anleger das meiste Geld herauszuholen.

Aber was steckt hinter seinem Fonds und wie schneidet man als Endverbraucher damit ab?

Dieser Artikel analysiert den Vermögensbildungsfonds von Max Otte, um dieser Frage auf den Grund zu gehen – es gibt auch andere Fonds, die nach der Methode von Max Otte investieren, aber um diese soll es in dem Artikel hier nicht gehen.

Also hol dir besser noch einen Kaffee, atme tief durch und rücke deinen Stuhl zurecht, denn jetzt geht es ans Eingemachte!

Wie immer gilt selbstverständlich unser Disclaimer: Alles, was hier geschrieben steht, darf nicht als Anlageberatung angesehen werden. Wir werden dir weder etwas empfehlen, noch dir von einer Investition abraten.

Für mehr Infos, kannst du dir das Mission Statement von inflationaer.com durchlesen.

Gut, nachdem die Formalitäten geklärt wären, kommen wir sogleich zum ersten und vermutlich wichtigsten Punkt, des Max Otte Vermögensbildungsfonds.

Die Kosten des Max Otte Fonds

Wie für aktiv gemanagte Investmentfonds üblich, teilen sich auch die Kosten des Max Otte Fond in zwei Bereiche auf:

Ausgabeaufschlag4%
Total Expense Ratio (TER)1,94%
(Stand: 26.02.2021)

Hier fällt uns sofort ins Auge, dass der Ausgabeaufschlag bei lediglich 4% liegt, während er bei unseren bisherigen Analysen üblicherweise bei 5% liegt. Dieser Punkt geht also an Max Otte, weil du als Privatanleger mit einem etwas kleineren Minus startest. 

Am liebsten wäre uns natürlich überhaupt kein Ausgabeaufschlag. Aber irgendwie müssen ja auch die Berater und die Banken bezahlt werden, die dir diesen Fonds verkaufen. 

Auch die laufenden Kosten mit 1,94% sind im guten Mittelfeld, verglichen mit den Werten der bisher analysierten aktiv gemanagten Fonds von inflationaer.com. 

Dass der Fonds nicht mit einem passiven Indexfonds wie dem ARERO Weltfonds mithalten kann, ist schon im Vorhinein absolut verständlich. Schließlich wollen wir hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. 

Zusammensetzung des Fonds

Im offiziellen Factsheet des Fonds heißt es wie folgt:

“Der Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI investiert in Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere (Bsp. Edelmetall-ETCs) nach dem Reinheitsgebot der Kapitalanlage. Derivate werden gemieden.” 

Vorwiegend setzt er auf Aktien, was auch bedeutet, dass er größeren Schwankungen unterliegt. Hauptsächlich geht es dem Management darum, Aktien zu finden, deren fairer Wert über dem aktuellen Kurs liegt. Was genau nun als “fairer Wert” definiert wird, ist allerdings nicht zu finden. 

Die größten Positionen des Max Otte Vermögensbildungsfonds sind (Stand: 26.02.2021):

Kasse19,48%
Gruppo Mutuionline SpA5,85%
Zur Rose Group AG5,49%
Trupanion Inc.4,53%
JD.com Inc3,84%
Addtech Ab B3,76%
Sixt AG Vz.3,60%

An dieser Stelle möchten wir ein großes Lob aussprechen, da alle Daten wahnsinnig leicht zu finden waren. Nicht jeder Fonds macht es den Endverbrauchern so leicht, genauer hinzusehen.

Während man unter den größten Positionen bei anderen Fonds weitläufig bekannte Werte wie Apple, Microsoft oder Amazon findet, sind die hier enthaltenen Aktien vielen Privatanlegern gar kein Begriff. Das muss allerdings nicht negativ gewertet werden. 

Ganz im Gegenteil, denn genau hier liegt eine große Chance, sofern das Management weiß was es tut. Wären sich alle andere auf die berühmtesten Werte schmeißen, setzt Max Otte einen Fokus auf die “Underdogs”. 

Sehen wir uns im nächsten Punkt an, ob diese Strategie in der Vergangenheit aufgegangen ist.

Die Investmentstrategie wird auch als Königsanalyse® bezeichnet. 

Karten auf den Tisch: die historische Performance 

Seit seiner Auflage im Jahr 2013 konnte der Fonds von Max Otte über 60% zulegen (Stand: 26.02.2021). Hierbei ist sogar schon der schwere Rückschlag durch die Corona Pandemie berücksichtigt. 

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass wir den Verlauf über die letzten 10 Jahre gerne in einem Diagramm dargestellt hätten. Leider konnten wir die nötigen Daten dazu nicht aus den offiziellen Dokumenten entnehmen. Um dir selbst ein Bild zu machen, schau am besten hier vorbei.

Interessant ist auch zu sehen, dass es von der Auflage bis zum Jahr 2016 eher mäßigen Erfolg gab. Dann erfolgte aber eine Neuausrichtung ab welcher der Kurs des Fonds stieg und stieg.

Ein gutes Zeichen für alle Privatanleger, dass das Management nicht an Strategien festhält, die offenbar nicht funktionieren. 

Der Fonds ist zwar, verglichen mit alteingesessenen Kollegen, noch etwas jung, hat aber bedingt durch die Corona Krise zumindest schon einen herben Rückschlag erlitten und überlebt. Natürlich kann man aufgrund von bisheriger Performance keine Schlüsse ziehen, wie sich der Vermögensbildungsfonds in Zukunft noch entwickeln wird.

Dass der Fonds noch keine zehn Jahre alt ist, macht es einem Privatanleger aber trotzdem schwer ihn mit anderen aktiv gemanagten Investmentfonds zu vergleichen.

Nebenbei bemerkt: der andere Fonds von Max Otte, welcher ebenfalls auf die Königsanalyse® setzt, konnte auch ganz gute Ergebnisse erbringen. Mit dem Unterschied, dass dieser schon im Jahr 2008 aufgelegt wurde.

Vergleich mit der Benchmark

Den Max Otte Vermögensbildungsfonds mit dem Dax zu vergleichen ist, als würde man Äpfel mit Orangen vergleichen. Es macht einfach keinen Sinn – alleine die größten Positionen im Portfolio kommen nicht alle aus Deutschland. 

Trotzdem führt die Gesellschaft den DAX als einen der Vergleichsindizes an. Warum, können wir leider nicht begreifen. Vielleicht will sich der Fonds in einem unfairen Vergleich besser darstellen.

Max Otte Fonds Vergleich
Nur wer Äpfel mit Äpfeln vergleicht, kann logische Schlüsse ziehen.

Ein wesentlich besserer Vergleichsindex ist da der MSCI World in Euro. Und genau diesen musste sich der Max Otte Fonds auch geschlagen geben, wenn man die Performance über die letzten paar Jahre betrachtet.

Der MSCI World hat ein bisschen besser abgeschnitten. Allerdings darf man nicht vergessen, dass beim Max Otte Fonds auch die laufenden Kosten zu Tragen kommen. Wenn man diese mit einberechnet, schneidet der aktiv gemanagte Fonds noch ein wenig schlechter ab, verglichen mit der Benchmark

Wo kann man den Fonds von Max Otte kaufen?

Der Investmentfonds hat eine Vertriebszulassung für Deutschland und Österreich. Er kann bei fast allen Bankhäuser gezeichnet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über einen Sparplan in den Fonds zu investieren. 

Die Möglichkeit des Sparplans macht ihn für uns besonders attraktiv. Somit ist es nicht zwingend notwendig, vereinzelt größere Beträge zu investieren. Man kann auch diszipliniert Monat für Monat mit kleineren Beträgen ein Vermögen bilden. 

Großer Pluspunkt!

Ob du den Fonds von Börsenlegende Max Otte jetzt tatsächlich kaufen solltest oder lieber nicht, können und wollen wir nicht für dich beantworten. Hier kommt es auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen an. Lass dir weder von uns noch von jemand anderen sagen in was du investieren solltest oder nicht. 

Fazit

Läuft bei Max Otte. Und meistens sogar in die richtige Richtung.

Wer einen Investmentfonds sucht, der eine strikte und durchdachte Strategie verfolgt, wird hier fündig. Mit dem Hauptfokus auf Aktien befindet sich der Fonds zwar in einer höheren Risikoklasse, das wird aber durch seine Investments in große etablierte Unternehmen wieder wettgemacht.

Was seine Kosten betrifft liegt der Max Otte Fonds im Durchschnitt aller aktiv gemanagten Investmentfonds die bisher von uns analysiert wurden. Hier gibt es also grünes Licht für Endverbraucher.

Wenn dir laufenden Kosten sauer aufstoßen, bist du natürlich besser beraten, stattdessen auf passive Investments wie ETFs oder Indexfonds zu setzen.

Durch unsere Analyse hier hast du jetzt zumindest ein solides Grundwissen, um eine qualifizierte Entscheidung für dich selbst zu treffen. Sollte dir ein Berater den Max Otte Fonds empfehlen, kennst du schon die Vor- und Nachteile.

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