Zweitmarkt geschlossene Fonds

Zweitmarkt für geschlossene Fonds

Der Zweitmarkt für geschlossene Fonds ist eine Plattform, auf der Besitzer von Fondsbeteiligungen ihre Anteile an andere Anleger verkaufen können. 

Der Zweitmarkt ist die einzige Möglichkeit für Anleger, ihre Anteile an geschlossenen Fonds vor Vertragsende wieder loszuwerden.

Es spielt dabei im Grunde keine Rolle, ob es sich um geschlossene Immobilien-, Schiffs- oder sonstige Fonds handelt. Am Zweitmarkt kann alles veräußert oder gekauft werden, sofern das richtige Angebot auf die jeweilige Nachfrage trifft.

Über den Zweitmarkt können die Fondsbeteiligungen nicht nur veräußert, sondern auch gekauft werden. Wer also vorhat, sich an einem bestimmten geschlossenen Fonds im Nachhinein zu beteiligen, kann sein Glück über den Zweitmarkt versuchen.

Ein Beispiel aus der Praxis dazu:

Angenommen, du hast vor ein paar Jahren Beteiligungen an einem geschlossenen Schiffsfonds erworben. Du hast damals gerade erst über Altersvorsorge und Investments nachgedacht und dein Bankberater hat dir zu überdurchschnittlichen Renditemöglichkeiten mit jenem Schiffsfonds geraten.

Er ist dein Bankberater und hat nur dein Bestes im Sinn, warst du damals überzeugt.

4 Jahre später weißt du, dass es irgendwie ganz anders gekommen ist, als vorhergesagt. Da du dich schon mehr mit der Materie beschäftigt hast, bist du dir auch sicher, dass der geschlossene Fonds nicht mehr die Kurve kriegt. 

Du willst deine Anteile wieder loswerden. Das Problem ist nur, dass du vertraglich daran gebunden bist, den Fonds noch weitere 11 Jahre zu halten. Zum Glück findest du im Internet diesen coolen Artikel über Zweitmärkte und lernst, dass du deine Beteiligungen doch noch abtreten kannst.

Du meldest dich direkt an einer Fondsbörse an und gibst den Verkaufsauftrag ab. 

Leider bekommst du deutlich weniger für deine Anteile geboten, als dir recht ist. Eine Zwickmühle. Einerseits willst du deine Anteile auf gar keinen Fall länger halten, andererseits willst du sie auch nicht so stark unter Wert verkaufen.

Egal, du nimmst den Verlust hin und lernst aus dieser Lektion. 

Vor- und Nachteile beim Zweitmarkt

Als Verkäufer hat man am Zweitmarkt fast nur Nachteile. Zumindest dann, wenn man als normaler Privatanleger wie im Beispiel von oben agiert. 

Da der Zweitmarkt aber die einzige Möglichkeit darstellt, um Beteiligungen an geschlossenen Fonds zu verkaufen, hat man oft keine Wahl. Entweder du beißt in den sauren Apfel und akzeptierst einen niedrigen Verkaufspreis für deinen Fonds oder erträgst die schlechte Performance bis zum Vertragsende.

Schmeckt beides ziemlich bitter.

Darüber hinaus müssen den Fondsbörsen auch Provisionen für die erfolgreiche Vermittlung bezahlt werden. Bei zweitmarkt.de sind das zum Beispiel 3,25% des Kaufpreises, mindestens jedoch 395 Euro – sowohl vom Käufer, wie auch vom Verkäufer versteht sich.

Die einzigen Vorteile beim Handel am Zweitmarkt für geschlossene Fonds sehen wir von inflationaer.com nur auf der Käuferseite. Und auch nur dann, wenn man wirklich Ahnung von der Sache hat.

In dem Fall bekommst du nämlich haufenweise Beteiligungen, die unter ihrem Wert verkauft werden. Dafür musst du aber ein gutes Verständnis für die jeweiligen geschlossenen Schiffs- oder Immobilienfonds haben.

Schließlich werden diese nicht ohne guten Grund wieder verkauft.

Ein weiterer großer Nachteil des Zweitmarktes besteht darin, dass er keinen wirklichen Regulierungen unterliegt. Soll heißen, dass man als Verkäufer seiner Fondsanteile kaum eine Chance auf Erstattung oder Sonstiges hat, da es hier keinen aktiven Anlegerschutz gibt. 

Unsere Devise lautet daher: Am besten gar nicht erst in geschlossene Fonds einsteigen. So ersparst du dir den ganzen Ärger, sollte dein Investment doch nicht so verlaufen wie ursprünglich angenommen.

Teilen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.